Wenn ich darüber nachdenke, wieviel Weichgespültes ich schon über Wein gelesen habe, an wie vielen gleichförmigen Newslettern ich verzweifelt bin, wie oft ich von den immer selben Instagramposts zum dauerhaften Löschen der App gedrängt wurde, packt mich die Angst. Was ist los mit dieser unglaublich vielfältigen, beeindruckenden Welt des Weins? Hat sie nur mehr müde Gesichter, denen der Mut fehlt? Wo ist das sprudelnde, gärende, unkontrollierte, freche, funkelnde? Wenn ich nicht vor Langeweile sterben will, braucht es eine Lösung.
Es ist ein riesiges Privileg, dass ich mich dem ungeordneten Informationssturm unserer Zeit immer wieder entziehen darf. Im Weinberg, zwischen den Zeilen, bin ich weit weg vom lauten Rauschen, von den überwältigenden Impulsen. Ich Die Ruhe ordnet meine Gedanken und lässt mich atmen. Das ist für mich das größte Glück. Da fällt mir ein, was ich sagen sollte.